Deutsche Postcode Lotterie

Seit Oktober 2016 gibt es in Deutschland als neue Soziallotterie die Postcode-Lotterie. Das Gewinnprinzip ist pfiffig ausgedacht: Die gezogenen Gewinnzahlen entsprechen Postleitzahlen und Straßencodes, wodurch als hübscher Nebeneffekt ganze Nachbarschaften – sofern sie in überwiegender Zahl teilgenommen haben – gemeinsame Gewinner werden können, was sie naturgemäß etwas zusammenschweißt. Allmonatlich verteilt die Postcode-Lotterie unter anderem eine Garantiesumme von 600.000 Euro, die gleichzeitig den sozialen Zusammenhalt und das Allgemeinwohl stärkt. Dieser Ansatz ist wirklich begrüßenswert.

Wie entstand die Postcode-Lotterie?

Die Niederländer haben sie schon in den frühen 1990er Jahren erfunden. Seither betreibt die Novamedia B.V. – ein gemeinnütziges Unternehmen – in unserem Nachbarland so eine Lotterie und sammelt damit Geld, dessen Reinerlös nach Ausschüttung der Gewinne sozialen Zwecke zugutekommt. Inzwischen gibt es Ableger auch in Schweden, Norwegen und Großbritannien. Die Lotterie erfährt Unterstützung durch Promis und Politiker, darunter Tony Blair, Bill Clinton, Nelson Mandela, Katharina Witt, Kai Pflaume, Toni Kroos und George Clooney. Geworben wird unter anderem mit der Zeitungsbeilage „PostcodeAktuell“.

Loskosten der Postcode-Lotterie

Das Einzellos kostet ohne weitere Gebühren 12,50 Euro, Teilnehmer können maximal drei Lose gleichzeitig erwerben. Die Bezahlung erfolgt per Kreditkarte, SEPA-Lastschrift oder Paypal. Die Lose kaufen die Kunden auf der Homepage oder per telefonischer Bestellung.

Funktionsweise

Es gibt nur eine Art von Losen, was ein Unterschied zu anderen Lotterien dieser Art wie „Aktion Mensch“ ist, die verschiedene Losvarianten verkaufen. Ein Postcode-Los bleibt für alle Ziehungen des Monats gültig. Insgesamt werden in fünf Ziehungen pro Monat die Gewinnzahlen ermittelt. Nur in einer dieser fünf Ziehungen gibt es den Hauptgewinn von 300.000 Euro, während bei den anderen Ziehungen kleinere Gewinne ausgeschüttet werden. Immer am Freitag erfolgt die Bekanntgabe der Gewinnernummern.

Gewinner erhalten eine Benachrichtigung telefonisch, per E-Mail oder Brief. Die Gewinnauszahlung erfolgt automatisch per Überweisung auf das Konto eines Gewinners. Der Postcode besteht aus der üblichen fünfstelligen Postleitzahl und zusätzlich einem Straßencode aus zwei Buchstaben, also etwa 10247 AB. So ein Postcode gilt stets für rund 25 benachbarte Haushalte. Wer von diesen Haushalten teilnimmt, gewinnt zusammen mit seinen teilnehmenden Nachbarn, wenn diese auch die Postcode-Lotterie gespielt haben.

Höhe der Gewinne und Gewinnchancen

Der monatliche Hauptgewinn beträgt wie erwähnt 300.000 Euro, er kann für einen kompletten Postcode oder auch für eine Postleitzahl ausgeschüttet werden. Die weiteren Gewinne fallen auf teilweise richtige Postcodes oder Postleitzahlen an und bewegen sich zwischen zehn und 10.000 Euro. Jeden Monat zieht die Lotterie als Gewinnzahlen mehr als 23.000 Postcodes. Dabei kommen nur diejenigen Postcodes in den Topf, von denen wirklich jemand mitgespielt hat.

Die Berechnung der Gewinnchancen gestaltet sich dadurch etwas schwierig, weil praktisch nicht zu prognostizieren ist, wie viele Postcodes sich an den nächsten Ziehung tatsächlich beteiligen werden. Zu erwarten ist eine zunehmende Teilnahme deutscher Haushalte. Bislang ist die Postcode-Lotterie hierzulande noch relativ wenig bekannt (Stand: 2019), was zu weniger teilnehmenden Postcodes und Haushalten führt. Dadurch steigen anfangs die Gewinnchancen. Wenn die Lotterie sehr bekannt werden sollte, könnte es irgendwann von jedem Postcode Teilnehmer geben, die sich dann die Gewinnchancen teilen müssten.

Die knapp 41 Millionen deutschen Haushalte verteilen sich auf rund 1,8 Millionen Postcodes, von denen Ende 2018 etwa 200.000 mitspielten. Sollten von jedem Postcode durchschnittlich fünf Haushalte beteiligt gewesen sein, hätten die Chancen auf einen Hauptgewinn bei 1:1 Million gelegen. Wenn (theoretisch) von jedem deutschen Postcode ein Teilnehmer mitspielen würde, stünden die Chancen bei 1:1,8 Millionen, bei durchschnittlich fünf Haushalten pro Postcode wären es dann 1:9 Millionen. Das ist eine deutlich höhere Chance als beim klassischen Lotto (~1:140 Millionen).

Die Gewinnaufteilung der Postcode-Lotterie

Für Gewinnaufteilungen von Lotterien gibt es Lotteriebestimmungen. Bei der Postcode-Lottere wird im Einklang mit anderen Soziallotterien eine Ausschüttung von minimal 30 % der Einnahmen anvisiert, während es beim klassischen Lotto 50 % sind – zuungunsten des wohltätigen Anteils (den es bei der klassischen Lotterie auch geben kann). Klassische Lotterien schütten allerdings deutlich höhere Jackpots aus, in der Regel liegt der Mindestbetrag bei einer Million Euro.

Der soziale Aspekt der Postcode-Lotterie

Ein wichtiger sozialer Aspekt, der gar kein Geld kostet, ergibt sich durch das System: Die Lotterie kann Nachbarschaften zu gemeinsamen Gewinnern machen und sie damit zusammenschweißen. Doch es gibt auch handfeste Förderprojekte. Vom Lospreis gehen 3,50 Euro direkt an gemeinnützige Projekte, die wiederum in den Regionen mit der höchsten Spielerbeteiligung angesiedelt sind.

Dieser sogenannte soziale Anteil der Lotterie von 28 Prozent liegt im Mittelfeld aller bekannten Soziallotterien. Immerhin ist allein aufgrund der eingenommenen Summen das entstehende Förderaufkommen für soziale Projekte sehr hoch: Die Postcode-Lotterien rangieren unter allen privaten Spendenorganisationen weltweit auf Rang 3.

Unser Fazit zur Postcode-Lotterie

Das innovative Projekt spricht Menschen an, die gern Lotto spielen und dabei Gutes tun sowie ein wenig ihre Heimatregion fördern möchten. Die namhaften Botschafter dieser Lotterie bürgen für deren Seriosität, auch über ein TÜV-Zertifikat verfügen die Betreiber. Der Gewinnplan lässt sich allerdings auf den ersten Blick nicht so einfach durchschauen (für welche Zahlen gibt es welchen Gewinn), doch das nimmt dem Projekt nicht seinen Charme.

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